Hinterheubrig

.…an den steilen Südhängen oberhalb vom Muothatal auf den Spuren der Wildheurer.

 

 

 

Wildheuen

Wildheuen ist eine in den Alpen, besonders in der Innerschweiz, im Berner Oberland und in Graubünden gebräuchliche Form, Heu an hochgelegenen Steilwiesen zu gewinnen, welche mit Tieren schwierig oder gar nicht erreichbar sind. Diese Form der Grasernte ist gefährlich; es kommt immer wieder zu tödlichen Unfällen. Die Wildheuwiesen sind meistens gemeinschaftlich, und die entsprechenden Regeln werden von der Genossenschaft festgelegt. Zum Beispiel ist das Wildheuen nur ab einem festgelegten Zeitpunkt gestattet, zudem durfte zum Beispiel jede Familie nur zwei Familienmitglieder heuen lassen, damit der Ertrag gerecht verteilt wurde. Der Ertrag in den steilsten Hängen und bei reiner Handarbeit ist rein landwirtschaftlich gesehen so gering, dass sich die Arbeit seit den 1970er-Jahren nicht mehr lohnte. Nach dem Mähen wird das Gras zum Trocknen ausgelegt. Zum Abtransport wird oft ein „Heuseil“ benützt, an dem ein 50 bis 60 Kilogramm schweres Heubündel ins Tal saust. Das Wildheuen ist ein wichtiger Beitrag zum Lawinenschutz. An nicht gemähten Hanglagen werden die Grashalme im Herbst durch Regen und ersten Schnee in Fallrichtung geordnet zu Boden gedrückt und definieren so eine Gleitebene ähnlich einem Reetdach. Im Weiteren ist die Artenvielfalt auf gemähten Flächen höher und dementsprechend unterscheiden sich die Inhaltsstoffe des Heus vom leichter erhältlichen kultivierten reinen grünen Gras im Flachland und ergeben eine andere Milch.

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